Rückblick auf die Anfänge der Landjugendarbeit

Nach dem zweiten Weltkrieg vergingen Jahre, bis eine neue Landjugendbewegung heranwuchs. Zwar bemühte sich die Albersdorfer Landjugend bereits 1946 um den fachlichen Nachholbedarf, der in den langen Kriegsjahren naturgemäß eingetreten war. Auf kulturellem Gebiet wurde von der Albersdorfer Landjugendgruppe der Schwertertanz neu belebt. 1948 wurden auch in Wesselburen und anderen Orten Dithmarschens Landjugendgruppen gegründet, und 1949 gab es auf dem Landesbauerntag in Rendsburg bereits einen „Tag der Landjugend“, der mit Berufswettkämpfen, kulturellen Darbietungen und Volkstänzen angereichert wurde. 1950 schlossen sich die verstreut im Lande entstandenen Landjugendgruppen zum Landjugendverband Schleswig Holstein zusammen. „Die Seite der Jungen“ im Bauernblatt wurde dazu genutzt, wertvolle Anregungen für die Arbeitsgestaltung innerhalb Gruppen zu geben. Die organisatorische Gliederung des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein e.V. in Kreislandjugendverbände und Landjugendgruppen entsprach dem Aufbau des Bauernverbandes S.-H. 

Der Landjugendgruppe schlossen sich junge Menschen beiderlei Geschlechtes an. Die Zusammensetzung des gewählten Vorstandes war entscheidend für den Erfolg der Arbeit vor Ort. In den ersten Jahren war das Bedürfnis nach Weiterbildung und Schulung auf vielen Sachgebieten vorrangig. So befasste man sich z.B. mit der Dorfgeschichte, Genossenschaften, musischen Themen und immer wieder mit landwirtschaftlichen Fachfragen. Berufswettkämpfe wurden auf Gruppen-, Kreis-, Landes- und Bundesebene und auch auf internationaler Basis durchgeführt. Dabei kam es nicht unbedingt auf den Ehrgeiz nach Sieg, sondern vielmehr auf die Begegnung der Teilnehmer und auf die Anregungen an, die von den Wettkampfleitern aufgenommen wurden.
Die musischen Gebiete, wie Laienspiel, Singen, Folkloretänze wurden eifrig gepflegt. Auf Dorffesten, landwirtschaftlichen Bällen und der Begegnungen mit deutschen und ausländischen Gruppen trugen die eingeübten Sketche, Theaterstücke, Kabaretts und Volkstänze zur Unterhaltung und Selbstdarstellung bei. 

Die Jugendbegegnungen im Ausland wurden mit der Schweiz, Frankreich, Spanien, Finnland, Italien, Jugoslawien und Schweden entwickelt. Beim Austausch mit der Schweizer Landjugend fanden die Dithmarscher  auf den Bauernhöfen Aufnahme, wobei sie Einblick in die Wirtschaftsweise des anderen Landes bekamen, und mit den betreffenden Familien persönlicher Kontakt entstand. 

Mit den Landjugendgruppen in mehreren europäischen Ländern wurden freundschaftliche Beziehungen gepflegt, so dass die jungen Menschen den ins
Leben gerufenen europäischen Markt nicht unvorbereitet gegenüberstanden. So wurde z.B. der ehemalige Landesvorsitzende Reimer Böge zum Abgeordneten in das Europaparlament gewählt, und er vertritt nun in Brüssel, Straßburg und Luxemburg deutsche und europäische Belange. Dabei betont Reimer Böge immer wieder, dass die früheren Begegnungen aufgebauten Kontakte und Freundschaften auch heute hilfreich für gemeinsame Aktionen sind. 

In der Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer sind auch Mitglieder der Landjugend vertreten.
Durch die aktive Landjugendarbeit wurden die jungen Menschen dazu angeregt, Mitarbeit in den Vorständen der bäuerlichen Standesvertretung zu leisten, und auch Aufgaben in den Parlamenten  und Selbstverwaltung unseres Landes zu übernehmen. 

Der Rückblick auf die vielseitige und erfolgreiche Landjugendarbeit lässt hoffen, dass die Mitglieder auch in Zukunft Aufgaben und Herausforderungen im Berufs- und Gemeinschaftsleben meistern werden.
  

Johannes Bauer